ALLGEMEINES
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Wir blicken ins Innerste von Chinchilla Fellhaaren - ein Universum voller Eigenarten und Schönheit. Chinchilla Fell SPEZIAL aus den Archiven der Fachzeitschrift CHINCHILLA POST. Alle Beispiele zeigen das Fell von Standard Chinchillas. Es ist die Grundlage für jeden Vergleich zum Ursprung und zu allen Mutationen. Jede Mutation zeigt davon individuelle Abweichungen.
Für die Antwort auf diese und andere Fragen bietet der Einblick in die innere Struktur des Chinchilla Fellhaares eine gute Basis.
Das Haarkleid der Chinchilla setzt sich aus verschiedenen Haartypen zusammen:
- Fellhaar ( in der Literatur auch Wollhaar genannt ) -> Agouti (3 Farbzonen) am Rücken
- Grannen = Stützhaar
- Spürhaare = Vibrissen: Tasthaare an der Schnauze, im Ohr, über den Augen
- Schwanzhaare
- Borsten: jeweils am inneren Zeh der Hinterläufe
![]() | T = Tasthaar der Schnauze = Vibrissen W = Büschel Fellhaare/ Wollhaare G = Granne O = Tasthaar im Ohr Schw= Schwanzhaar |
ILLUSTRATION UNTEN ZEIGT
Agouti - Muster (b) = dunkle Spitze, helles Band, dunkle Unterzone.
Kein Agouti bei Grannen (c) und Wamme (a)
![]() | a) Fellhaar am Bauch ( Wamme ) b) Fellhaar am Rücken ( Schleier ) - Agouti c) Granne = Grannenhaar = Stützhaar Dunkle Stellen = Pigmente |

Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar am Rücken / Schleier,
und zwar die SPITZE des Fellhaares (QUERSCHNITT):
Die Fellspitze ist pigmentiert.
Melaninkörnchen in der Haarinde sind unregelmäßig verteilt und unterschiedlich groß

Foto von Alttier, 7500x vergrößert im Rasterelektronenmikroskop (= REM)
Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar am Rücken,
und zwar die Fellspitze (OBERFLÄCHE):
Die Schuppen der Cuticula verlaufen annähernd gerade.
Ihre Ränder orientieren sich zu den Fellspitzen hin.
Die Schuppen sind fein geriffelt.

Foto von Alttier, 10500x vergrößert im TEM
Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar am Rücken,
und zwar die Fellspitze in ihrem unteren Teil.
Hier zeigen sich die ersten Luftkammern (QUERSCHNITT).
Pigmentkörnchen sind in der Haarrinde und an den seitlichen und unteren Kammerwände.
Grenze zum Haarmark (Pfeil) und zur Cuticula ( Pfeilkopf)

Foto von erwachsenem Chinchilla, 1500x vergrößert im REM
Das Bild zeigt eine Granne ( = Stützhaar )
und zwar die OBERFLÄCHE der SPITZE im breiten Abschnitt eines Grannenhaars
Die Rillen überbrücken mehrere Schuppen.
Der Pfeil zeigt zum Haarende.

Foto von erwachsenem Chinchilla, 3100x vergrößert im REM
Das Bild zeigt eine Granne ( = Stützhaar )
und zwar die SPITZE angeschnitten an der breitesten Stelle
Hier erkennt man deutlich ddas Kammersystem im Haarmark.

Foto von Alttier, 12000x vergrößert im TEM
Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar der Wamme (Bauch),
und zwar die SPITZE des Fellhaares
Die Haarrinde ist pigmentlos (Punkt)
Die Haarrinde geht randlich in die Cuticula über (Pfeil)

Foto von Alttier, 2250x vergrößert im REM
Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar der Wamme (Bauch),
und zwar die SPITZE und deren OBERFLÄCHE des Fellhaares
Mit dem Durchmesse des Haares wächst die Anzahl der nebeneinander liegenden Schuppen.
Beachte: die Schuppenränder sind klar deutlich und auf das Haarende hin gerichtet

Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar am Rücken (Schleier),
und zwar der OBERE BANDbereich (LÄNGSSCHNITT)
Der Pfeil zeigt zum Haarende.
Den einzelnen Luftkammern (Sterne) fehlen die Pigmente.
In der Rinde (Punkt) fehlen ebenfalls die Pigmente.
Dunkle Zonen = umgeklappte Markanteile (Pfeilkopf).

Foto von Jungtier, 2800x vergrößert im TEM
Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar am Rücken (Schleier),
und zwar den Bereicht der BAND MITTE (LÄNGSSCHNITT)
Hier erkennt man bis zu 3 Luftkammern auf einer Höhe.
Die Luftkammern sind miteinander verbunden.
Die Luftkammern sind zudem mit den Kammersysteme darüber und darunter verbunden (Sterne).
Beachte: helle Kammerwände (Punkt), die zum Haarmark gehören.

Foto von Alttier, 1500x vergrößert im REM
Was man auf diesem Bild sieht ist ein Fellhaar am Rücken (Schleier),
und zwar des BAND in seiner OBERFLÄCHE
Hier erkennt man, daß an der breitesten Stelle das Fellhaar beidseitig eine Rille aufweist.
Beachte: Schuppenanordnung zeigt zum Haarende (Pfeil)

Foto von Chinbaby, 4200x vergrößert im TEM
Dieser Bereich zeigt nur 1 Luftkammer.
Die Pigmente (Pfeil) liegen nur oberseits der Kammerwände (Sterne)
Die Pigmente liegen damit am bzw. im Boden der jeweiligen Luftkammer

Foto von erwachsenes Chinchilla, 2250x vergrößert im REM
Das Bild zeigt ist ein Fellhaar am Rücken (Schleier),
und zwar die UNTERZONE in ihrer OBERFLÄCHE
Mehrere Schuppen umfassen das Haar auf einer Höhe.
Beachte: die Form der Schuppen.

Foto von erwachsenes Chinchilla, 2250x vergrößert im REM
Das Bild zeigt ist ein Fellhaar am Rücken (Schleier),
und zwar die UNTERZONE in ihrer OBERFLÄCHE
Mehrere Schuppen umfassen das Haar auf einer Höhe.
Beachte: die Form der Schuppen.

Foto von Jungtier Chinchilla, 57000x vergrößert im TEM
Das Bild zeigt ein Fellhaar am Rücken ( Schleier )
Abweichend von der Norm:
Pigmente mit überwiegend feingekörntem Melanin-Inhalt.

Foto 15000x vergrößert im TEM
Das Bild zeigt ein Fellhaar am Rücken ( Schleier )
Abweichend von der Norm:
Gezackte Haarcuticula des fehlfarbenen Schleier-Fellhaares

Foto eines ausgewachsenen Chinchillas, 10500x vergrößert im REM

Foto eines ausgewachsenen Chinchillas, 8250x vergrößert im REM
Das Bild zeigt die OBERFLÄCHE der SPITZE von einem Fellhaar am Rücken ( Schleier )
Abweichend von der Norm:
Fellspitze mit Rotstich (fehlfarben)
Substanzablagerungen überdecken größere Bereiche (Pfeil)
Atypische Löcher
Von Baby bis zur Geschlechtsreife:
- sind 2 Haarwechsel bekannt -> sie führen zum Erwachsenenfell.
- qualitative Veränderungen in der farblichen Beschaffenheit in der Zeit
- kein Unterschied der Haartypen zum erwachsenen Tier
- Unterschied: Melanin ist in den Pigmentkörnchen im Fell noch sehr unregelmäßig verteilt
- Unterschiede in der Pigmentierung zwischen dem Rückenfell (= dunkles Fell ) und der Wamme ( = helles Fell ) sowie insbesondere zu den Grannenhaaren.
Fell des erwachsenen Chinchilla:
- erste volle Fellreife tritt mit 6-8 Monaten ein
- erneuert sich danach periodisch alle 3-4 Monate.
- mit zunehmenden Alter verlangsamt sich der Zyklus auf 5-6 Monate.
- Feinheit und Dichte
- Agouti am Rücken
- nicht wasserabweisend
- viele Fellhaare aus einer Wurzel = Verbundfollikel.
--> Je nach Quelle spricht man beim Chinchilla von 60-120 pro Wurzel. Zum Vergleich: andere Pelztiere 2-3
- Fellhaare sind innen hohl trotz ihrer Feinheit
Haarcuticula = Oberflächenbeschaffenheit
Haarinnere = Haarrinde und Haarmark
Haarlängsachse = * Zonierung der Haare von Spitze bis zur Basis
Agouti - Muster ( am Rücken ) = dunkle Spitze, helles Band, dunkle Unterzone. Kein Agouti bei Grannen und Wamme
Schleier = Gesamtheit aller Haarspitzen am Rücken
Grannen = Stützhaar. Kein Agouti. NUR am Rücken. sprießen nicht aus einer einzeln stehenden Wurzel, sondern aus Wurzelbereich der Fellhaare.
Verbundfollikel = das Vorkommen mehrerer / vieler Haare in einem Wurzelbereich ( = typisch für das Chinchilla )
* In der Fachliteratur unterscheiden sich die Bezeichnungen für das einzelne Haar beim Chinchilla. Fakt ist, Chinchillas haben keine Unterwolle wie andere Tiere. Insofern könnte man nur von Haaren sprechen. Dies irritiert allerdings: 1. im Sprachgebrauch, und 2. in Abgrenzung zur Granne, die ein echtes Stützhaar ist. Prof. Clemen spricht in Abgrenzung zum Grannenhaar von "Wollhaar". Ich bevorzuge aufgrund der oben genannten Fakten, die Bezeichnung "Fellhaar" als Arbeitsbegriff auch wenn dieser zunächst paradox erscheint.
DIE GRANNE = STÜTZHAAR = GUARD HAIR ( engl. ) IM PROFIL ( CI )

Die einzelnen hervorstehenden Haare sind die sog. GRANNEN
BARTHAAR = TASTHAAR = SPÜRHAAR = VIBRISSE ( CI )
Ein gespaltenes Barthaar unter dem Mirkoskop ( CP )
CHINCHILLA FELLBÜSCHEL 60 - 120 Fellhaare pro Haarwurzel ( CI )
